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18 Jahre ArbeiterKind.de: Aus einer persönlichen Idee wurde Deutschlands größte Community für Bildungsaufsteiger:innen

Die gemeinnützige Organisation feiert ihr 18-jähriges Bestehen und blickt auf ein Jahr mit über 34.000 unterstützten Ratsuchenden zurück.

5. Mai 2026

Berlin, 5. Mai 2026 – Was am 5. Mai 2008 als kleines Internetportal begann, ist heute eine der größten Bildungsinitiativen Deutschlands: ArbeiterKind.de unterstützt seit 18 Jahren junge Menschen aus nichtakademischen Familien auf ihrem Weg an die Hochschule und darüber hinaus. Zum Jubiläum blickt die Organisation auf ihren langen Weg zurück und macht deutlich, wie dringend ihre Arbeit nach wie vor gebraucht wird.

Von der persönlichen Erfahrung zur Bewegung

Die Geschichte von ArbeiterKind.de beginnt mit einer persönlichen Erfahrung: Gründerin Katja Urbatsch war die Erste in ihrer Familie, die einen Hochschulabschluss erlangte. Auf ihrem Weg fehlten ihr Vorbilder und Orientierung – eine Herausforderung, die sie mit vielen jungen Menschen aus nichtakademischen Familien teilt. Vor 18 Jahren, am 5. Mai 2008, ging ArbeiterKind.de zunächst als Website mit Studientipps online – und stieß sofort auf großes öffentliches Interesse. Bundesweit berichteten Medien über das Angebot und innerhalb kürzester Zeit meldeten sich hunderte Studierende und Akademiker:innen der ersten Generation, die sich ehrenamtlich engagieren wollten. Heute zählt ArbeiterKind.de als gemeinnützige Organisation bundesweit mehrere Tausende Ehrenamtliche in 80 lokalen Gruppen. Bei Schulbesuchen, offenen Treffen und Informationsveranstaltungen informieren und ermutigen sie alle, die als Erste in ihrer Familie studieren (möchten) – von der ersten Entscheidung für ein Studium bis hin zum erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg.

ArbeiterKind.de in Zahlen – Rückblick auf 2025

Das vergangene Jahr belegt eindrücklich, wie groß der Bedarf an Unterstützung für Studierende der ersten Generation weiterhin ist:

ArbeiterKind.de hat 2025:

  • 34.608 Personen insgesamt erreicht,

  • 11.035 Schüler:innen bei 298 Schulveranstaltungen informiert,

  • 320 Infostände von Ehrenamtlichen bundesweit angeboten,

  • 1.730 Online-Unterstützungsanfragen bearbeitet – vor allem zu Studienfinanzierung und Stipendien.

  • Über 80 lokale Gruppen im gesamten Bundesgebiet sowie in Brüssel.

  • 20.577 Profile im eigenen sozialen Netzwerk (netzwerk.arbeiterkind.de, Stand: 20. April 2026).

Zugang zu Hochschulbildung als politische Aufgabe

Die Bildungslaufbahn ist in Deutschland noch immer eng mit dem Elternhaus verknüpft: Von 100 Kindern aus nichtakademischen Familien nehmen nur 25 ein Studium auf. Von 100 Akademikerkindern studieren dagegen 78 (DZHW Brief 2|2024).

„Finanzielle Hürden sind nach wie vor der häufigste Grund, weshalb junge Menschen aus nichtakademischen Familien kein Studium aufnehmen. Gestiegene Lebenshaltungskosten machen studentisches Wohnen und Studienfinanzierung zum immer drängenderen Thema. Dies zeigt sich auch am wachsenden Aufkommen von Unterstützungsanfragen bei ArbeiterKind.de“, sagt Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de.

Deshalb wird ArbeiterKind.de auf bildungs- und hochschulpolitischer Ebene häufig nach Erfahrungswissen aus der Arbeit mit Studierenden aus nichtakademischen Familien gefragt. Ein aktueller Erfolg: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat Anfang 2025 eine Änderung des Hochschulgesetzes beschlossen, die künftig die Zahlung des Semesterbeitrags in Raten ermöglichen soll. Bereits im September 2024 hatte Katja Urbatsch im Ausschuss für Wissenschaft und Forschung darauf hingewiesen, dass der Semesterbeitrag für viele Studierende – insbesondere aus nichtakademischen und weniger vermögenden Familien – eine echte Zugangshürde darstelle. Die Organisation hofft, dass auch die anderen Bundesländer diese und ähnliche Maßnahmen zur finanziellen Entlastung Studierender zügig umsetzen.

Dringender Handlungsbedarf beim BAföG

Aufgrund der angespannten Lage bei den Lebenshaltungskosten von Studierenden bleibt auch das BAföG ein zentrales Problem: Die Wohnkostenpauschale steigt zum Wintersemester 2026/2027 zwar auf 440 Euro – reicht damit jedoch in vielen Hochschulstädten bei weitem nicht aus. Im Sommersemester 2026 kostet ein WG-Zimmer im Bundesdurchschnitt bereits 512 Euro pro Monat.

Hinzu kommt eine weitere strukturelle Hürde: Die Bürokratie des BAföG-Antrags schreckt viele Studierende ab – mit dem Ergebnis, dass viele Berechtigte den Zuschuss gar nicht erst beantragen. ArbeiterKind.de fordert deshalb eine schnelle Umsetzung des Koalitionsvertrags und eine große Reform des BAföG noch in dieser Legislaturperiode.

Über ArbeiterKind.de

ArbeiterKind.de ist eine gemeinnützige, spendenfinanzierte Organisation und Deutschlands größte Community für Studierende der ersten Generation. Seit 2008 unterstützen tausende Ehrenamtliche in bundesweit über 80 lokalen Gruppen Bildungsaufsteiger:innen aus nichtakademischen Familien auf ihrem Weg an die Hochschule sowie zum erfolgreichen Studienabschluss und Berufseinstieg. Die Engagierten sind selbst meist Studierende der ersten Generation und erreichen die Ratsuchenden so auf Augenhöhe. An Schulen und Hochschulen, bei Informationsveranstaltungen, offenen Treffen und in persönlichen Gesprächen erzählen sie ihre eigene Bildungsgeschichte, teilen Erfahrungen und ermutigen durch das persönliche Beispiel.

Pressekontakt: Wolf Dermann, stv. Geschäftsführer, presse@arbeiterkind.de, 0177 4902775

Pressemitteilung "18 Jahre ArbeiterKind.de"

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