Evaluation
ArbeiterKind.de wurde 2012-2014 im Rahmen eines Kooperationsprojekts des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (Projektleitung Prof. Dr. Kai Maaz) und der Freien Universität Berlin (Projektleiter Prof. Dr. Rainer Watermann) evaluiert. Die Längsschnittstudie mit drei Erhebungswellen und einer Kontrollgruppe untersuchte die Wirkung des ArbeiterKind.de-Infotelefons sowie der Informationsveranstaltungen in Schulen:
Infotelefon: 96% der Studierenden sowie 100% der Schülerinnen und Schüler bewerten die telefonische Erstinformation als gut bis sehr gut. Bei 92,6% der befragten Schülerinnen und Schüler hat kein Elternteil einen akademischen Abschluss, bei den Studierenden 84,3%. Damit ist auch belegt, dass die Zielgruppe erreicht wird.
Schulveranstaltungen: Die Teilnehmenden haben auch noch ein Jahr nach der Veranstaltung einen deutlichen Informationsvorsprung beim Thema Studien- und Finanzierungsmöglichkeiten gegenüber jenen Schülern, die nicht an der Veranstaltung teilgenommen haben.
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Ein durch die Hans-Böckler-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt der Justus-Liebig-Universität Gießen ging unter der Leitung von Prof. Dr. Ingrid Miethe folgenden Fragen nach: Warum ist ArbeiterKind.de so erfolgreich? Welche bildungspolitischen Schlussfolgerungen ergeben sich daraus? Wie ist ArbeiterKind.de im Kontext aktueller Forschung zum Ehrenamt zu verorten – als soziale Bewegung, als Selbsthilfegruppe, als Sozialunternehmen?
Die Studie wurde 2014 unter dem Titel „First Generation Students an deutschen Hochschulen. Selbstorganisation und Studiensituation am Beispiel der Initiative ArbeiterKind.de“ publiziert (ISBN 978-3-8360-8767-4). Sie kommt zu dem Schluss, dass ArbeiterKind.de so erfolgreich ist, weil die gemeinnützige Organisation eine Lücke in der deutschen Hochschullandschaft füllt, die im anglo-amerikanischen Raum zu einem Teil durch institutionalisierte so genannte „Widening Participation“-Maßnahmen übernommen wird.
Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) 2016 erhöhen Informationen über Nutzen und Finanzierung eines Studiums die Studienabsichten von Nicht-Akademikerkindern signifikant und reduzieren die auf den familiären Bildungshintergrund zurückgehenden Unterschiede bei der Studienabsicht. Die Studie zeigt: Während Akademikerkinder gerne auf die Informationen ihrer Eltern zurückgreifen und durch eine Schulinformationsveranstaltung weniger in ihrer Entscheidung beeinflusst werden, zeigt sich bei den Nicht-Akademikerkindern ein signifikanter Unterschied. Deutlich mehr Studienberechtigte aus Nicht-Akademikerfamilien behalten nach der Teilnahme an einer Informationsveranstaltung ihren Studienwunsch bei und setzen ihn auch in die Tat um (DIW Wochenbericht 26/2016). Durch diese Studie wird die Wirkung des Ansatzes von ArbeiterKind.de wissenschaftlich bestätigt.
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